Hallo ihr Lieben ;)
Ich bin's noch mal, der Rico. Ich bin am Freitag (21.12.2007) nach Bayern gezogen. Das war mein "Weihnachtsgeschenk". Denn dort wartete auf mich ein hübsches Venezuela Mädchen, mit dem ich hoffentlich alt werde, wenn wir uns denn gut verstehen. Aber selbst wenn nicht, bin ich hier mit über 30 Artgenossen nicht allein. Wie das alles genau kam, wird euch Mama gleich erzählen. Da ich die Beiden aber schon nach so kurzer Zeit mit dem "Amazonen-Virus" infiziert habe, ist Papa nicht mit leeren Händen nach Hause gefahren, aber lest selbst....
Einige haben sich vielleicht schon gefragt, wie es denn nun mit uns und
Rico weiter gegangen ist. Wie ihr ja wisst, hatten wir Rico erst einmal
zur Probe bei uns. Schon nach den ersten Tagen hatten wir Rico so ins
Herz geschlossen, das wir uns sicher waren, dass er bei uns bleibt.
Aber ein Mädel für ihn musste her. Tja, alles kein Problem dachten wir.
Wozu gibt es Papageien- Partnervermittlungen. Die erste Kontaktaufnahme
verlief auch sehr positiv, doch erwies es sich später als sehr
schwierig überhaupt einen Termin zur Verpartnerung zu bekommen. Rico
"klammerte" sich in dessen von Tag zu Tag mehr an mich. So bald ich
aufgestanden war, konnte ich kaum noch das Zimmer verlassen ohne das er
anfing zu schreien. Die Versuche es aus zu sitzen gestalteten sich als
recht anstrengend, da sich seine Schreiattacken von mal zu mal
verlängerten. Die Gefahr es sich mit den Nachbarn zu verscherzen, noch
bevor er sein Mädel hat, wuchs damit eben so. Veronika, von der
Auffangstation wo wir Rico her hatten, machte uns dann den Vorschlag,
Rico solang wieder zu ihr zu geben, bis wir einen Platz für ihn zur
Verpartnerung
gefunden haben.
Gesagt, getan. Rico haben wir nach 13 Tagen schweren Herzens wieder zu
Veronika gegeben. Und dann ging die Telefoniererei los. Frau O. war
leider überhaupt nicht mehr zu erreichen und die Bitten um Rückruf
blieben leider auch ohne Erfolg. Also weiteten wir unsere Suche
deutschlandweit aus. Man glaubt ja gar nicht, wie viel Leute ihre
Papageien abgeben wollen, allerdings gestalte sich die Suche nach einer
Venezuela-Dame als schwierig. Hähne wären in seinem Alter kein Problem,
aber Damen?! Die Älteste war vielleicht gerade mal 2 Jahre alt, also
kurz vor der Pubertät, was Rico ja nicht wirklich helfen würde, wenn
die Dame dann zickig wird. Wir wollten schon aufgeben. Durch Zufall
stieß ich auf die Seite von Walter Jahn.
Ein Amazonenzüchter in Bayern, der wie sich heraus stellte, eher ein
großer Liebhaber ist. Wenig Hoffnung hatten wir viel, aber ein Anruf
bei ihm konnte ja nicht schaden. Und stellt euch vor, er hatte eine
Venezuela Dame! Ralf hatte lange mit ihm gesprochen und Herr Jahn
machte ihm einen Vorschlag, über den wir erst einmal nachdenken mussten.
Herr Jahn würde seine Venezuela Dame nur sehr, sehr ungern weggeben
wollen, aber er würde Rico ein dauerhaftes Zuhausebieten. Dafür würde
er zum ersten Mal ein Amazonenpärchen abgeben. Hmm.... da saßen wir
nun. Wir haben hin und her überlegt. Die Möglichkeiten die wir sonst
hatten, waren ja mehr als begrenzt. Natürlich wollten wir für Rico nur
das Beste, aber wir wollten ja auch Rico. Dazu kam der Gedanke bei mir
auf, das wir Rico bei veronika "frei kaufen" würden, um ihn dann
woanders hin zu geben. Wir haben das dann auch mit Veronika besprochen
und ihr unsere Bedenken und Gedanken mitgeteilt. Da es ja auch darum
ging, ob Rico gesund ist, für den Fall, dass er zu Herrn Jahn kommt,
war es das Einfachste Veronika spricht direkt mit ihm.
Nach dem Gespräch zwischen Herrn Jahn und Veronika war eigentlich allen
rein vom Verstand her klar, das es für Rico wohl das Beste wäre, aber
mein Herz wollte Rico behalten. Aber auch ich gab mich nach ein oder
zwei Tagen geschlagen und entschied mich für ein schönes Leben für
Rico. Schließlich sollte ihm ein dauerhaftes Zuhause geboten werden und
selbst wenn es mit der Venezuela Dame nicht klappen würde, hätte er
über 30 Artgenossen um sich und wäre nie wirklich allein. So kam es
dann, dass Ralf mit Rico am Freitag Mittag auf große Fahrt ging. Ein Preuße zog nach Bayern!
Samstag Abend kam Ralf dann mit einem Pärchen Gelbscheitelamazonen nach
Hause. Die beiden haben sich schon vor etwa einem Jahr als Paar
zusammen gefunden und wenn man sie hier erlebt, könnte man meinen es
seien Unzertrennliche. Wo der eine ist, ist auch der andere. Geht einer
futtern, geht der andere hinter her. Sie sind etwa 3 und 4 Jahre alt
und in menschlicher Obhut groß geworden. Zur Zeit sind sie noch sehr
ruhig, ist ja schließlich alles neu hier. Alles wird erst mal ganz
genau beobachtet. Aber sie futtern gut, putzen sich, sitzen entspannt
auf ihren Ästen und brabbeln hin und wieder vor sich hin.
Ich kann mir gut vorstellen, dass einige unsere Entscheidung nicht gut
heißen oder der Meinung sind, wir hätten uns für Rico nicht ausreichend
bemüht. Ehrlich gesagt, kann ich es auch nachvollziehen. Vermutlich
würde ich ähnlich denken. Aber mittlerweile glaube ich einfach, dass es
für Rico so am Besten ist. Und wie wir heute erfahren haben, fliegt
Rico schon mit der Gruppe durch die Gegend und fühlt sich sichtlich
wohl. Nichts desto trotz werde ich ihn und sein "Brrr" sehr vermissen.
Übrigens, das Vorhaben eine Zimmervoliere zu bauen haben wir auch schon
die Tat umgesetzt. Dabei hatten wir tatkräftige Unterstützung von
Veronika und ihrem Mann Frank, ohne die wir das nie so schön hin
bekommen hätten.
Nun aber erst einmal genug für heute. Hier könnt ihr euch noch den Volierenbau anschauen und hier unser
Amazonenpärchen. Ach ja, wir haben die beiden auf die Namen Merlin und
Madam Mim getauft. Sie hatten zwar schon Namen (Paulchen und Rocky),
aber auf die reagieren sie genauso wenig wie auf ihre Neuen 